Filesharing-Klagen kein Selbstläufer mehr

Man könnte meinen, die üblichen Verdächtigen bei Filesharing-Klagen kehren mit dem breiten Besen ihre Keller aus und klagen, was das Zeug hält. Eine Klage bedeutet aber nicht, daß dadurch automatisch eine Verpflichtung zur Zahlung für den Anschlussinhaber besteht.

In einem Verfahren vor dem Amtsgericht Hamburg siegte unsere Kanzlei gegen die G&G Media Foto-Film GmbH, vertreten durch die Hamburger Kanzlei Schulenburg & Schenk. Das Urteil erging am 28.08.2014. Der Sachverhalt war, dass neben den beiden (sic!) beklagten Anschlussinhabern auch volljährige Kinder und deren ebenfalls volljährige Freunde Zugriff auf den Internetanschluß hatten.

Wer meint, damit sei es gut gewesen, irrte sich. Schulenburg & Schenk wollten es genauer wissen, und legten Berufung ein, diesmal aber begrenzt auf eine Störerhaftung.

Auch für diese sah das Landgericht Hamburg keinen Rechtsgrund und empfahl, die Berufung zurückzunehmen. Dem kam zur Freude unserer Mandanten die Gegenseite auch nach.

Und die Moral von der Geschichte? Der Wind hat sich gedreht, die Rechtsprechung ist vermehrt zugunsten der abgemahnten Rechteinhaber.