Arbeitgeberbeleidigung über Facebook

Wie unter anderem der Kollege Dr. Bahr auf seiner Webseite meldet, hat das Arbeitsgericht Bochum am 29.03.2012 – Az. 3 Ca 1283/11 – entschieden, daß eine fristlose arbeitgeberseitige Kündigung unwirksam ist, wenn ein Auszubildender auf seinem privaten Facebook-Profil seinen Arbeitgeber als “Menschenschinder & Ausbeuter” und sich selbst als “Leibeigener” bezeichnet hat. Auch die Formulierungen “daemliche scheisse fuer mindestlohn 20% erledigen” wurde nicht als Rechtfertigung für eine fristlose Kündigung angesehen.

Nach Ansicht des Gerichts in Bochum hätte der Arbeitgeber vor der Kündigung ein klärendes Gespräch suchen oder eine Abmahnung erteilen müssen, um beim Azubi eine Einsicht wegen des Fehlverhaltens herbeizuführen.

Für Arbeitgeber zeigt dieses Urteil, daß im deutschen Arbeitsrecht der Arbeitsplatzschutz ein derart großes Gewicht innehat, so daß eine (außerordentliche) Kündigung nur in äußerst schwerwigenden Einzelfällen durchzusetzen ist. Insofern empfiehlt es sich, vor Ausspruch einer Kündigung anwaltlichen Rat zu suchen.